Entdeckung im Schnoorviertel

Künstlerhaus Art15 – die etwas andere Galerie in Bremen

Bremen – Eine Entdeckung eher zufälliger Art, aber so nachhaltig in Erinnerung, dass ich davon in diesem Blogartikel berichten möchte. Wer sich auf den Weg nach Bremen macht und künstlerisch interessiert ist, sollte unbedingt das Künstlerhaus ART15 im mittelalterlich geprägten Schnoorviertel in der Bremer Altstadt besuchen.

Kunst in Bremens ältestem Haus

Dort stellen Künstler:innen verschiedenster Stilrichtungen in Bremens ältestem Giebelhaus – 1402 erbaut und damit zwei Jahre älter (!) als das Bremer Rathaus – ihre Bilder, Collagen und Skulpturen aus und machen Angebote, die vergleichbar sind mit denen vieler StilDater. So zum Beispiel auch virtuelle Probehängungen….

Bei meinem Besuch im ART15 hatte ich das Glück, auf Edgar Wintersperger zu treffen – selbst Künstler. An den Wochenenden reist er oft aus Hamburg an, um stellvertretend für seine Künstlerkollegen die Fragen von kunst- und kaufinteressierten Besuchern zu beantworten.

Helden des Marvell-Universums

Gut gelaunt erzählt er mir, das seine Bilder, in denen er den Superhelden und Superheldinnen aus Comics und dem Marvell-Universum neues Leben einhaucht, auch schon in einer Galerie in Hamburg zu entdecken waren. „Aber hier in Bremen sind die Menschen irgendwie leichter für Kunst zu begeistern.“

Mich verwundert es nicht. Das Viertel mit seinen schmalen Gassen, den liebevoll restaurierten Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, in denen viel Einzigartiges und Handgefertigtes präsentiert wird, verzaubert augenblicklich – und so werfe auch ich, quasi entrückt von der Hektik des Alltags, einen neuen, ausgeruhten Blick auf Kunst der Gegenwart.

Einladende Galerie-Atmosphäre

Und die weiß zu begeistern in diesem alten Backsteinbau mit seinen verputzten Wänden, den vielen Rundungen und Säulen, die so viel einladender wirken als so manche Galerie mit ihrer inszenierten Schnörkellosigkeit und Distanziertheit.

Ich entdecke die freskenartige Kunst von Patrizia Casagranda, einer Künstlerin aus Krefeld, die, wie Edgar Wintersperger erzählt, sich aktuell weit über Deutschland hinaus einen Namen macht und einen Preis nach dem anderen erhält.

Gemeinschaft offen für Neuzugänge

Spannend auch die fotomalerischen Symbiosen von Jane Atem, in denen sie die innere und äußere Welt darzustellen versucht. „Eine Begegnung mit den Facetten des Menschseins“, wie die Psychologin und Künstlerin Sybille Kraus im beiliegenden Flyer schreibt.

Eine Gemeinschaft, die sich aktuell aus zehn Kunstschaffenden zusammensetzt und die offen für Neuzugänge ist. Insofern, unbedingt bitte selbst auf Entdeckungstour gehen – und gern immer wieder neu, denn das Künstlerhaus präsentiert sich lebendig mit zahlreichen Ausstellungen und Aktionen.

Apropos Aktionen, fast hätte ich es vergessen: Es gibt auch eine Kunstbox ART Surprise. Für eine Investition von 25 Euro erhält man sozusagen ein „Fabergé Ü-Ei der Kunst“ – und darf sich wie ein Kind freuen, wenn statt Schokolade vielleicht sogar ein Unikat zum Vorschein kommt.